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Braucht mein Hund einen Mantel?

14.01.2026

Die Tage werden kürzer, die Spaziergänge frischer und der erste Frost ist auch nicht mehr fern. Während wir ohne Nachzudenken zur Jacke greifen, ist der Mantel für Hunde für viele immer noch kein Selbstverständnis. Aber man sieht mittlerweile immer häufiger auch Hunde mit Mantel.

Vor ein paar Jahren war das noch anders. Da wurde man schnell belächelt, wenn ein Hund warm eingepackt war. Heute wird man nicht mehr ganz so schräg angeschaut – zumindest, wenn der Hund kurzhaarig oder klein ist. 

Etwas anders ist es oft, wenn ein Hund ein längeres oder dichteres Fell hat. Da kommt die Frage „Warum braucht der denn einen Mantel?“ immer noch häufiger. Doch genau hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn selbst Hunde mit mehr Fell können frieren – oder Gründe haben, warum ihnen die Wärme guttut. Es muss also nicht jeder Hund mit dichtem Fell einen Mantel tragen, aber bei manchen macht es sehr wohl Sinn.

Die ehrliche Antwort auf die Grundfrage ob Hunde einen Mantel brauchen lautet daher: Manche schon. Andere (noch) nicht. Aber es lohnt sich, genauer hinzusehen. Denn ob ein Hund friert, ist schlicht Physik – und hängt von Fell, Körperbau, Gesundheit und Aktivität ab.

🧥 Wann ein Mantel sinnvoll ist

Nicht jeder Hund ist für Wind und Wetter gemacht. Manche frieren schon bei einstelligen Temperaturen, während andere sich auch bei Schneefall nichts anmerken lassen. Entscheidend sind die Fellstruktur, Körperbau, Alter, Aktivitätslevel und gesundheitliche Faktoren.

Ein Mantel kann sinnvoll sein, wenn:

  • dein Hund kurzhaarig ist (z. B. Pinscher, Whippets, Kurzhaardackel, Magyar Vizsla)

  • kaum Unterwolle hat

  • er klein gebaut ist oder kurze Beine hat (Bodenkälte wirkt hier stärker)

  • er alt ist oder unter Gelenkproblemen wie Arthrose leidet

  • er nach dem Training, Schwimmen oder bei Regen schnell auskühlt

  • er generell eher zart gebaut oder empfindlich ist

(Dackel Maya, kurze Beine, kurzes Fell ohne Unterwolle im dünnen Herbstmantel)


(Altdeutscher Hütehund Nala im Fleece von Equafleece mit und ohne Beine)


Typische Anzeichen, dass dein Hund friert:

  • Zittern oder feine Muskelkontraktionen

  • eingezogener Schwanz

  • steifer Gang

  • Runder Rücken

  • langsamer werdendes Tempo, häufiges Stehenbleiben

  • aber auch rennen, Flitzanfälle

  • Nähe- oder Wärmesuche

  • verändertes Verhalten: plötzlich gereizter, nervöser oder weniger belastbar

Gerade dieser letzte Punkt wird oft übersehen. Manche Hunde zeigen gar kein deutliches Zittern, wirken aber draußen schneller „drüber“ – sensibler auf Reize, angespannter, weniger konzentriert und Frustrationstoleranz adè. In solchen Fällen lohnt es sich, den Mantel einfach mehrmals testweise anzuziehen und zu beobachten, ob der Hund mit einem wärmenden Mantel etwas mehr Nerven behält.

Wie unterschiedlich das Ergebnis sein kann, trotz gleicher Rasse, kann man an Nala und Louie sehen: Sie sind beide Altdeutsche Hütehunde – also eigentlich eine wetterfeste Rasse. Trotzdem sind sie grundverschieden. Nala hat sehr dünnes Fell mit wenig Unterwolle. Spätestens im Winter ab unter 3° trägt sie einen Wintermantel, besonders bei Wind und Nässe. Louie dagegen hat extrem viel Unterwolle – ihm ist schon im Alltag viel schneller warm, als Nala. Er hat die letzten Jahre nur bei höheren Minusgraden einen Mantel getragen. Aber jetzt, im Alter, werden seine Gelenke profitieren, wenn sie warmgehalten werden. Auch das ist also ein legitimer Grund für einen Mantel. 

Genauso wie statisches Warten im Auto oder draußen irgendwo. Sobald sich der Hund nicht oder nur wenig bewegen kann, sollte man auf jeden Fall an einen wärmenden Mantel denken, damit er nicht auskühlt – geht uns ja auch so. Stell dich mal bei 0° draußen hin, ohne dich groß zu bewegen – jeder weiß, wie scheiße das ist. 😅 

🧵 Worauf du beim Mantel achten solltest

Hundemantel ist nicht gleich Hundemantel – und nicht jeder Schutz ist für jede Situation geeignet. Es gibt unterschiedliche Materialien und Schnitte, die sich je nach Wetter, Aktivität und Hundetyp unterscheiden.

Fleece- oder Softshellmäntel sind ideal für trockene, kühle Tage oder zum Aufwärmen nach Spaziergängen oder Trainingseinheiten. Sie speichern Körperwärme, ohne zu dick aufzutragen, und sind angenehm weich zu tragen. Besonders für empfindliche oder ältere Hunde eignen sie sich gut, um Verspannungen vorzubeugen.

(Dobermann Bambi präsentiert würdevoll den schicken Hurtta Midlayer ECO)


Regenmäntel schützen zuverlässig vor Wind und Nässe, haben aber meist keine isolierende Schicht. Sie sind also perfekt für milde, regnerische Tage im Herbst – oder wenn der Hund ohnehin viel Bewegung hat und keine zusätzliche Wärme braucht. Man kann sie aber natürlich auch mit einem Fleece drunter kombinieren, um zusätzliche Wärme zu schaffen.

Wintermäntel kombinieren Wetterschutz mit Isolierung. Sie sind die richtige Wahl bei Frost, Schnee, Wind oder Spaziergängen bei Minusgraden. Wichtig ist hier, dass sie warmhalten, aber den Hund nicht einengen oder überhitzen.

(Altdeutscher Hütehund Nala im Wintermantel von nonstop dogwear)


Neben der Art des Mantels spielt die Passform eine entscheidende Rolle. Ein gut sitzender Mantel sollte eng genug anliegen, um Wärme zu speichern, dabei aber volle Bewegungsfreiheit bieten. Zu weite Mäntel verrutschen leicht, zu enge schränken die Bewegung ein oder führen zu Scheuerstellen.

Darauf solltest du achten:

  • Bewegungsfreiheit: Schulter, Hüfte und Rutenansatz dürfen nicht blockiert sein. Der Hund sollte sich natürlich bewegen können – laufen, springen, sich schütteln.


  • Atmungsaktivität: Gerade bei wärmeren Modellen wichtig, damit kein Hitzestau entsteht.


  • Wind- und Wasserabweisung: Besonders bei empfindlichen Hunden oder nassem Wetter sinnvoll.


  • Rückenlänge: Der Mantel sollte vom Nackenansatz bis knapp an den Rutenansatz reichen – also die Lendenmuskulatur vollständig abdecken, ohne die Rute zu behindern.


  • Bauchschutz: Ein gut geschnittener Mantel schützt auch die Bauchunterseite – dort kühlen Hunde besonders schnell aus.


  • Flanken- und Oberschenkelschutz: Idealerweise reicht der Mantel seitlich über die Flanken und hinten leicht über die Oberschenkel, damit auch diese großen Muskelgruppen und Gelenke warm bleiben. Das ist vor allem bei Hunden mit Arthrose oder muskulären Problemen wichtig.


  • Sitz: Der Mantel sollte nicht scheuern oder rutschen, auch nicht beim Rennen oder Hinsetzen.


  • Gewicht: So leicht wie möglich – besonders bei Hunden mit Rücken- oder Muskelthemen. Schwere Mäntel können die Muskulatur belasten oder Bewegungen unnatürlich verändern.


Ein leichter, gut sitzender Mantel, der sich angenehm trägt, wird vom Hund deutlich besser akzeptiert – und erfüllt gleichzeitig seinen Zweck, ohne ihn einzuschränken.

🐕 Unsere Empfehlungen

Wenn du etwas suchst, das wirklich sitzt und hält, können wir besonders diese Mäntel aus eigener Erfahrung empfehlen:

Nonstop dogwear – z. B. der Glacier Wool Jacket 2.0: das ist Nalas Wintermantel und wir lieben den sehr! Er ist sehr hochwertig, wind- und wasserdicht, mit reflektierenden Details und vor allem: super leicht, dafür wie warm er hält (die Norweger wissen halt, wie das geht 😏). Ideal für kalte Spaziergänge oder wenn nicht viel Bewegung drin ist.
P.S.: Auch die Regenmäntel von nonstop sind richtig gut!

Equafleece: verschiedene Schnitte – mit und ohne Beine. Der Fleece ist richtig warm und super hochwertig! Der hält sogar Schnee an einem sonnigen Tag statt (Matscheschnee dann nicht mehr ganz…). Nala kriegt diese Mäntel z.B. an, wenn wir nachts im Bus schlafen und es eine recht kalte Nacht wird. Wichtig ist hier auch wieder die Passform - das Coole ist, dafür gibts eine Facebookgruppe, die berät, welche Größe dem Hund passen könnte und wo man auch Mäntel tauschen und gebraucht erwerben kann. Gib einfach mal “Equafleece” in die Suche ein, da wirst du fündig. 🤓

Hurtta: Wärmende Midlayer Hundejacke ECO - verstellbar mit Reflektoren, auch eher für den Herbst oder als wärmende Schicht zusätzlich unter einem Wintermantel. Zusätzlich ist der wirklich ein absoluter Fashion-Hingucker!

Fashion Dog: die Dackelmäntel. Dackelbesitzer*innen haben ja immer das Problem, etwas passendes für den langen Rücken zu finden, da ist so ein spezieller Dackelmantel super!

Paikka: Winter Overall und Hunde Overall leicht & wärmend "Recovery overall". Hier sind die Beine mit eingepackt, für alle kälte-empfindliche Hunde, oder bei Gelenkproblemen. Achtung: bei Overalls muss man immer noch mehr darauf achten, dass sie nicht zu eng sind und den Hund einschränken in der Bewegung!

Empfehlung, die wir nicht selbst getestet haben, aber durchweg positive Berichte dazu erhalten haben:

Hurtta – z. B. der Extreme Warmer oder Expedition Parka: wärmend, bewegungsfreundlich und langlebig – perfekt für Hunde mit wenig Unterwolle oder für Senioren.

Egal ob Whippet, Hütehund oder Wuschelbär – am Ende friert niemand gern!
Ob dein Hund wirklich einen Mantel braucht, findest du am besten heraus, indem du es ausprobierst. Beobachte, wie er sich bewegt, wie er sich fühlt und ob er draußen gelassener bleibt.

Und wenn dein Hund in seinem Mantel ein bisschen aussieht wie ein kleiner Astronaut: Er wird’s dir trotzdem danken, versprochen. 😉


Beitrag von Carolin Hess

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